Ayurveda - Siddaveda - Meine persönliche Reise nach Indien - Teil 1

Feb 10 kofler stephan
Schon immer wollte ich selbst in die Seele von Ayurveda bzw. Siddaveda vordringen, um mir mein eigenes Bild zu machen.

Gerade jetzt bin ich in Indien. Und möchte hier meine ganz persönliche Erfahrung festhalten. Sie erhalten Infos zu Ayurveda und Siddaveda und meinen Aufenthalt in Indien.

Meine persönliche Erfahrung in Indien bei einer Ayurveda bzw. Soddaveda Kur

.

Nun es war ein harter innerer Kampf.
 3 Wochen das Hotel in den Händen anderer zu lassen.
 Viele Entscheidungen mussten noch „gefällt“ werden und vor allem „nachverfolgt“ werden.
 Aber der einzig mögliche Zeitpunkt war Februar 2017 für solch ein abenteuerliches Unterfangen.

 Meine Gedanken drehten sich schon länger um eine Heilungs-Kur mit fernöstlichem Gedankengut und auf fernöstlichem Gebiet.

Die Entdeckung von Siddaveda - Ayurveda ist ca. 5000 Jahre alt, Siddaveda ist ca. 10.400 Jahre alt - gab mir den nötigen Impuls. Ayurveda arbeitet mit Ölen und Kräutern. Siddaveda arbeitet mit Ölen, Kräutern und Metallen und Mineralien.


Zufällig lernte ich einen Mann kennen, der selbst so eine Siddaveda Kur in Indien gemacht hat. Er wollte sich nach einer komplizierten und lange anhaltenden Infektion von den angesammelten Giftstoffen der Antibiotika entgiften und war begeistert von der Effektivität dieser sehr nachhaltigen Entschlackungskur in Indien. Er gab mir die nötige Adresse dieser Kontaktperson in der Schweiz.


Gut, eine Referenz hatte ich. Somit wurde es eine Reise schon nicht mehr so ganz ins unbekannte.

 Nachdem ich das Visum erhalten habe - 5 Arbeitstage wenn man Glück hatte in Italien - wurde der Flug gebucht. 



Anreise nach Indien

Gesagt, getan und los nach Indien.


Nach 24 Stunden unterwegs hoch oben in der Luft kam ich um 3 Uhr morgens in Thiruvananthapuram mit Zwischenstopp in Dubai an. Ich wurde abgeholt am Flughafen und nach weiteren 35 Minuten konnte ich im Doktorhaus mein Zimmer beziehen. Einfach, aber es war alles da was man brauchte:
 Hartes Bett, Fenster, offener Schrank, Tisch mit Stuhl und Bad mit zwei WCs, sowie Dusche.



Aufenthalt im Haus des Siddaveda Doktors in Nedumangad
Am folgenden Tag nach einem Frühstück ganz nach indischer Tradition wurde ich vom sehr sympathischen Doktor empfangen, der mich auch gleich untersuchte. Ein wenig Puls, Inspektion der Nase, nach diversen Fragen über meine „körperlichen Probleme“ wurde ich nach ca. 60 Minuten wieder entlassen. Vorher noch benutzte er einen Faden, den er mir über die Hand und dann über das Handgelenk spannte. Diese dabei erhaltene Länge verglich er mit 11 alten Tafeln, mit dem Ergebnis, daß ich Stufe 10 bin. Nach Siddaveda gibt es 11 Stufen von Krankheitskategorien. Als er all jene Krankheiten vorlas, die auf dieser 10. Tafel geschrieben waren, bestätigten diese mein eigenes Krankheitsbild. Dann gab er mir noch Auskunft darüber, daß ich ein Vata und Pitta Typ bin. Faszinierend.



Meine intensivste Ganzkörper-Massage
Nach dem Mittagessen bekam ich um ca 15.00 Uhr eine Ganzkörpermassage, die ich in der Art noch nie erlebt hatte. Kraftvolle Griffe begannen mich von oben bis unten intensiv zu bearbeiten. Ich wußte gar nicht, daß mein Kopf so viele Stellen hat, die massiert werden können. Es war eine wirkliche Arbeit, keine Spur von Entspannung. Und es schmerzte teilweise bedenklich. Nach ca. 2 Stunden war der erste Siddavedische Eingriff getan und ich konnte mich unter einer kalten Dusche vom Öl befreien.

Nach dem Abendessen noch ein wenig lesen und dann ins harte Bett. Ja, hartes Bett. Die 12 cm dicke Matratze besteht aus Kokosfasern. So wie ein Futon. Es gibt zwar ein wenig nach, aber bei weiten nicht wie unsere Matratzen. Von wegen perfekte Anpassung an der Wirbelsäule, wie die europäischen Verkäufer und Orthopäden die optimale Matratzenform beschreiben. Hier bei Siddaveda geht man davon aus, daß die Wirbelsäule des Körpers genau so gemacht worden ist, daß jene hervorstehenden Körperteile, wie Po, Schulterpartie, Oberschenkel, Unterschenkel, Verse und Kopf, den Körper ideal tragen. Genau diese Berührungspunkte sorgen für eine perfekte Balance im Körper. Wenn nun aber der Körper von einer sich total anpassenden Matratze an jedem Punkt gleich stark getragen wird, müssen auf einmal Lenden- und Halswirbeln Druck ertragen. Das ist Ganz und gar nicht das, wofür diese Körperpartie geschaffen wurde. Nach ein paar Tagen voller Muskelkater am Rücken ging es mir wieder gut.



Ohropax
Zum Glück hatte ich Ohropax, jene mit Wax, denn das Nachtleben der Natur rundherum war sehr lebendig: Neben Tiergeräusche von Hunden, Katzen und Vögeln war ganz in der Nähe ein Tempel mit Festlichkeiten, die mit großen Lautsprechern, deren Feierlichkeiten bekundeten. 4 Tage und nächtelang wurde Musik gespielt was das Zeug hält.



1. Ghee Tag

Nun das erste mal frühmorgens um 7.00 Uhr 20 ml Ghee.
 Kein Problem dachte ich. Das Schlucken ja, aber dann das unten behalten war etwas anderes. Gut, hab es schlimmer erwartet. Mit einer Thermoskanne voller heißem Ginger Water bewaffnet ging ich ein paar Schritte die Straße entlang. Inmitten Palmen, Kautschukplantagen und verschiedenen Häusern lernte ich Indien kennen. Einfachheit, Straßenränder teils übersät von Unrat. Hunde, Katzen, Krähen und lächelnde Menschen in bunten Kleidern. Doch schon bald empfand ich die Sonne sehr lästig und mußte wieder zurück in meine vier Wände. 



Wireless
Dr. 
Rejith R.V. BSMS, der Doktor, der klassische Medizin und Siddaveda studiert hatte, organisiert für mich diverse Möglichkeiten, mit deren Hilfe ich mich in das Internet verbinden konnte. Jemand musste ja schließlich die ganzen Mailanfragen beantworten, die meinen Mailaccount stetig vollstopfen. Es klappte alles wunderbar und ich konnte mich ohne Probleme im Hotelserver einloggen und alles erledigen. Meine täglichen Oboen Übungen konnte ich auch ohne Probleme machen. Abends noch die 5 Tibeter und der Tag war vorbei.



2. Ghee Tag

Zweiter Ghee Tag, nun aber schon mit 40 ml. Auch das ging noch. Ein paar Schritte in die andere Straßen Richtung, aber schon bald brachte mich die Sonne zum wieder zurück gehen. Mittags und abends gab es dann immer Porige, eine Art magerer, sehr wässriger Risotto von gebrochenen Reis mit Kokosöl. Dazu gab es immer eine gelb-orange Gewürzmischung. Zu Beginn hab ich diese auch verwendet, aber aufgrund der Schärfe ließ ich bald davon ab. Meine Verdauung litt ein wenig darunter.



3. Ghee Tag

Jetzt mit 80 ml. Oh Mann, jetzt wird es heftig. Mit einem Schluck schaffst du es nicht mehr. Also wurden es 3 - 4 Schlücke, dieser extrem öligen und recht dickflüssigen Substanz. Es begann ein Kampf gegen Würgen und Grausen.
 Nun, der Tag war fast dahin. Der Geschmack verfolgte mich den ganzen Vormittag. Trotz Ginger Water kommt es einem immer wieder hoch. Grauenvoll. Diverse Toilettengänge machten es auch nicht leichter. Dann wollte die Internetverbindung nicht klappen. Die Wärme zu Mittag tat ihr übriges. Die porige, Rationen wurden von mir eingenommen, weil ich Essen musste. Wirklich Hunger hatte ich keinen. 
Lesen ging zeitweise nicht, da meine Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit nachließen. Nachdem ich einen Satz zum vierten mal gelesen hatte und immer noch nicht verstand, ließ ich es bleiben. Weder Oboe üben noch die 5 Tibeter waren möglich. Ruhen, im Bett Musik hören, Hörbüchern zuhören, vor sich hin dösen. Über das eigene Leben nachdenken. Das waren meine Tätigkeiten. Zu mehr hatte ich keine Kraft.



4. Ghee Tag


160 ml Ghee. Mann o Mann. Ich konnte das Zeug nicht mehr riechen, geschweige denn trinken. Eine Tortur. Circa 20 Minuten benötigte ich für das trinken. An einen Trick erinnerte ich mich noch: mit der einen Hand hältst du deine Nase zu und mit der anderen hältst du Glas und trinkst. Man schmeckt nichts. Es funktionierte super. Nur diese ölige Konsistenz spürte man trotzdem. Und gegen diese wehrte sich mein ganzer Körper. Es war die Hölle.

Die ersten Gedanken des Aufgebens wurden wach. 
Nein, ich konnte nicht mehr. Mein ganzer Körper bäumte sich auf. Die Besuche der Toilette wurden auch nicht weniger. Ich war schwach geworden, im Körper und auch im Geiste. Hinzu kamen die kontinuierlichen Geräusche ringsherum. Die unruhigen, teils schlaflosen Nächte, alles wuchs mir über den Kopf.
 Aber ich wollte es schaffen. Die Aussicht auf Heilung brachten mich weiter.



5. Ghee Tag


250 ml Ghee. Geht’s noch? Unbeschreiblich wie viel das ist. Zwei Gläser waren nun notwendig. Eines halbvoll und eines voll. Mit welchen sollte ich bloß beginnen? ich entschied mich für das halbvolle, denn es war ja bereits halbleer. So hatte ich eher das Erfolgserlebnis zumindest 1 Glas getrunken zu haben. Nach 3 mal Schlucken mit geschlossener Nase und Augen, folgte das zweite Glas. Unglaublich schrecklich, grauslig, aber notwendig.


Wozu soll denn eigentlich das besondere Ghee gut sein?
 Laut Siddaveda füllen sich alle Körperzellen mit dieser Flüssigkeit. Diese besteht ja aus gekochter Kuhbutter mit Kräutern versehen. Unser Ghee wird von einem sehr alten Kloster hier in Indien produziert, nach sehr sehr alten speziellen, teilweise monatelang dauernd und kompliziertem Rezept.
 Nun ist die Zelle vollgepackt mit positiver Flüssigkeit und positiver heilender Energie und kann sich von allen Schlacken befreien. Die Regenerationsmöglichkeit ist somit maximiert worden.
 Wichtig ist natürlich die darauffolgende Entschlackung.




6. Ghee Tag


340 ml Ghee. 
Die Aussicht, daß morgen mit dem 7. Glas alles vorbei sei gab mir die nötige Kraft zum Durchhalten und Weitermachen.

7. Ghee Tag
420 ml Ghee
. Fast 2 Gläser voll. 
Nach über 30 Minuten Kampf und Überwindung, einigen Brechreizen und zahlreichen Gebeten zum Himmel hab ich es geschafft.
Geschafft. Geschafft. 

Ich mußte lachen und jauchzen und sprang in die Höhe.
 Endlich vorbei diese Tortur. Nie mehr Ghee, nie mehr.

Entschlackung auf der Toilette

Abends erhielt ich noch eine Pille, die ich morgens um 5.00 Uhr mit viel Ginger Wasser einnehmen mußte. Dadurch konnte ich mich dann vollkommen erleichtern und entschlacken und meine Toilette wurde mein liebster Freund. 
Der Doktor empfahl mir auf der Toilette unter den Füßen eine Art Hocker zu geben, damit meine Knie höher liegen als mein Becken. Früher als man noch das Plumpsklo nutzte, war die Haltung beim sich erleichtern, derart, daß der Darm sich optimal entleeren konnte, da die Lage des Rektums frei war.
 Durch die Einführung der modernen Kloschüssel konnte man zwar gemütlich dabei sitzen, jedoch verbiegt sich dabei der Rektum und der Weg war nicht mehr optimal frei. Dies probierte ich. Und sieh da, es ging leichter. Ich hatte wirklich das Gefühl daß man sich leichter und vor allem vollständiger erleichtern konnte. Eine super Idee, die ich auch im Hotel einzuführen gedenke.
 






Weiter im nächsten Blog mit den Siddaveda Behandlungen und Überleitung zu Ayurveda im Wellnesshotel Pazeider in Südtirol.
Bio- & Wellnesshotel PAZEIDER
Nörder-Strasse 32 | 39020 Marling | Südtirol, Italien | info@pazeider.com | Telefon +390473448740 | Fax +390473446225
MwST IT 03042070213 | St NR. KFLSPH69B10F132A